FUNDGRUBE
Einträge aus dem Logbuch
Unser Logbuch begleitet uns zu allen Auftritten und gibt Künstlern und Fans die Möglichkeit, sich zu verewigen.
Hier einige Auszüge der letzten Jahre. Von Kirby Shaw und Bobby McFerrin über Vocal Line und Torun Erikson, alle haben hier bereits Grüße hinterlassen.
Auszug aus dem „Weltlexikon der Musik“. Erscheinungsjahr 2212.
Seite 333-334; Autorin: Birgit Rapp (Alt 2)
Gregorianik : die Kunst des Gregorianischen Gesangs; die den Gregorianischen Choral betreffende Forschung.
Gregorianischer Gesang: einstimmiger, rhythmisch freier, unbegleiteter liturgischer Gesang der katholischen Kirche, benannt nach Papst Gregor (590 – 604).
Gregorianisieren: in der Manier des Gregorianischen Gesangs komponieren
Grögerianik: die Kunst des Grögerianischen Gesangs und die den Grögerianischen Chorsatz betreffende Forschung.
Grögerianisieren: in der Manier des Grögerianischen Gesangs komponieren.
Grögerianischer Gesang: spezielle Richtung des
gehobenen Chorgesanges. Benannt nach dem berühmten Musiker und Komponisten Bertrand
Gröger, geb. 1963 in Wolfsburg.
4-8 stimmiger, rhythmischer Chorgesang. Begleitet oder
a-cappella.
Der Beginn der Grögerianik lässt sich rückblickend auf das Jahr 1990 datieren, als Bertrand Gröger den Jazzchor Freiburg gründete. Weltweit bekannt wurde der Grögerianische Gesang mit den Welt-Hits „Häm-Du-Dap“ und „Folegandros“ aus dem Schwarzen Album des JCF - die Grögerianischen Gesänge – 13 Stücke aus der Feder des Bertrand Gröger, welches im Jahr 2013 erschien.
Das nachfolgende über zwei Jahre andauernde Welt-Tournee-Projekt des JCF zusammen mit der Katholischen Kirche mit dem Titel: „Gregorianische und Grögerianische Gesänge“ hatte durchschlagenden Erfolg.
Unvergessen und in die Annalen der kirchlichen und weltlichen Chorgeschichte eingegangen bleibt die Ostermesse im Jahr 2015 im Petersdom, an dem Bertrand Gröger und der Jazzchor Freiburg zusammen mit Papst Benedict XVI. und dem Kirchenchor des Vatikans einen nicht enden wollenden, tosenden Applaus und Standing Ovations entgegennehmen durfte. Dies zeigte, dass die Welt auf die Öffnung der katholischen, kirchlichen Musik hin zur weltlichen Musik geradezu sehnsüchtig gewartet hatte. Bewegende Bilder gingen um die Welt. Ein herzerfrischend-grüßendes HÄM-DU-DAB und ein jubelnd-frohlockendes „Wa-Ha-Ma-Weh-Zu-Lo-Wa“ ist seitdem - neben Hallelujah und Kyrie - auch in streng orthodox-katholischen Kreisen kein Fremdwort mehr.
Tragende Säule des JCF - insbesonders bei der rhythmischen A-Capella-Arbeit - war jahrelang Tenorsänger, Vize-Chorleiter und Beat-Boxer Julian Knörzer. Mit seinem zugleich explosiv-kraftvollen sowie filigranen Mund-Schlagzeug stellte er die Basis des chorischen Klangkörpers, und er trug den Chor mit unbeirrbarer Sicherheit unermüdlich durch jegliche Art musikalischer Gefilde. Das Publikum sowie den Chor selbst versetzte Julian Knörzer immer wieder in ungläubiges Staunen. Die Vielfalt seiner feuerwerksartigen Lautmalereien und Ausdrucksmöglichkeiten, seine rhythmische Präzision sowie die stetigeVerfeinerung seiner musikalisch-rhythmischen Mouth-Percussion-Technik waren und blieben bislang unerreicht. Mit seinen charmanten Darbietungskünsten beat-boxte er sich vor allem auch in der Herzen der jüngeren Zuschauer.
Spezifische Erkennungsmerkmale der Grögerianischen Gesänge sind unter anderem:
- der von links nach rechts halbkreisförmig durchzuführende Rechts-Arm-Snap
- die Zwei-Finger-Technik des hellen Claps
- die Technik der „weichgespülten Bässe“. Diese Wortschöpfung ist auf den langjährigen Bass 2-Sänger Ralf Hennemann zurückzuführen.
- Intensive, bewegende Bühnen-Arbeit nach dem Prinzip und dem Motto, das sich aus langjähriger Konzert- und Bühnen-Erfahrung herauskristallisiert hat: „das Auge des Zuschauers hört mit“
Zum Erlernen und Üben der Grögerianik haben sich die von Meister Bertrand Gröger komponierten „Loop-Songs“ für Chöre aller Musik-Sparten bewährt.
Ein besonders effektives Mittel zum Erlernen und Üben von rhythmischer Sicherheit ist nach Bertrand Gröger die im Chorbetrieb dauerhafte Verwendung eines möglichst hellen, durchdringenden, lauten Metronoms (am besten mit sehr guter Lautsprecherqualität).
Die übenden Sänger durchlaufen dabei vier verschiedene Phasen des Lernens:
- die
Nerv-Töt-Phase: die Sänger empfinden den Metronomklang aus extrem
störend, bisweilen sogar sehr schmerzhaft im Ohr.
- die
Neutral-Phase: der Sänger gewöhnt sich an den rhythmischen Klang
des tempogebenden Metronoms, der langsam in den Hintergrund tritt und vom
Sänger ganzkörperlich verarbeitet wird. Ab und zu kann sich nun ein
leichtes Glücksgefühl einstellen, wenn der Sänger mit dem rhythmischen
Schlag und Tempo des Metronoms eins wird. Der sog. „ich-bin-voll-drauf-Effekt“.
Dieses Phänomen tritt häufig bei Sängern auf, die neben den Chorproben
auch regelmäßig zuhause mit Metronom üben.
- die
Ohr-Wurm-Phase: diese zeichnet sich dadurch aus, dass der Sänger
nach einem langen Probentag abends im Bett liegt und nicht Einschlafen
kann, da ihn ein in beiden Ohren dröhnendes inneres Metronom verfolgt.
Dies ist nicht pathologisch, sondern zeugt vielmehr von einem
kontinuierlichen Weiterentwicklungs-Prozess hinsichtlich der rhythmischen
Schulung des Chor-Sängers. Hier bedarf es der Geduld und dem Vertrauen auf
den rhythmischen Prozess des Grögerianischen Lernens. In
dieser Phase sind einige schlaflose Nächte durchaus möglich. Der Sänger
ist nun bereit für den Übergang in die nächste und letzte Phase.
- die Voll-Integriert-Phase: der Sänger hat nun das äußere Metronom vollständig in seinem Körper und seinem Wesen verinnerlicht. Das innere Metronom läuft nun automatisch und ständig zu allen Tages- und Nacht-Zeiten mit. Sobald der Sänger eine Melodie oder einen Rhythmus hört, legt sich simultan und automatisch das innere Metronom als tragende Basis unter die Musik-Linie. Spontan kommt nun regelmäßig der Grögersche Rechts-Hand-Snap (s.o.) auf 2 und 4 auch im Alltag zum Tragen. Diese autonome Körperreaktion ist Ausdruck des innerphysischen rhythmisch-metronomischen Geschehens des Sängers. Für außenstehende Beobachter z.B. an der Supermarkt-Kasse kann dieses Phänomen durchaus Unverständnis und Befremdlich-keit hervorrufen. Der Chorist seinerseits hat jetzt den rhythmischen Schulungs-Prozess vollständig durchlaufen, und er darf sich nun zurecht „Wandelndes Metronom“ nennen.
Als erstem in der Geschichte der Grögerianik wurde dieser ehrenvolle Titel dem legendären und bislang unübertroffenen Beat-Boxer Julian Knörzer (s.o.) verliehen. Diese höchste und heiß begehrte Auszeichnung wurde in Form einer Goldmedaille im Februar 2012 von Bertrand Gröger als Leiter des Jazzchor Freiburg und in seiner Funktion als Vorsitzender des Weltkomitees für rhythmische Sicherheit und Präzision (WKrSP) persönlich an Julian Knörzer überreicht.
Der grögerianische Lern-Prozess geschieht selbstverständlich nicht über Nacht, sondern es bedarf eines unermüdlichen und ständigen Einsatzes vonseiten der Chorsänger und Chorsängerinnen - streng nach dem uralten und weisen Grundsatz:
Üben,üben,üben!!!



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